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Montag, 23.03.2026

Eigene Arztpraxis gründen – worauf Ärzt:innen achten sollten

Der Schritt in die Selbstständigkeit ist für viele Ärzt:innen ein bedeutender Karriereschritt. Neben der medizinischen Tätigkeit treten dabei jedoch zahlreiche organisatorische und wirtschaftliche Fragen in den Vordergrund. Eine Praxis entsteht nicht über Nacht. Planung, Finanzierung und organisatorische Vorbereitung benötigen Zeit. Deshalb empfiehlt es sich, frühzeitig mit der Vorbereitung zu beginnen und zentrale Entscheidungen rechtzeitig zu treffen.

 

Der richtige Standort

Die Wahl des Ordinationsstandorts hat einen großen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung der Praxis. Faktoren wie Bevölkerungsstruktur, bestehende medizinische Versorgung oder Verkehrsanbindung können entscheidend sein.

Eine fundierte Analyse der lokalen Rahmenbedingungen kann helfen, wirtschaftliche Risiken zu reduzieren und die langfristigen Erfolgsaussichten einer Ordination besser einzuschätzen.

 

Selbstständig sein bedeutet auch Unternehmer sein

Mit der eigenen Praxis verändert sich auch die berufliche Rolle. Ärzt:innen sind nicht mehr nur medizinisch tätig, sondern übernehmen zusätzlich unternehmerische Aufgaben.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Organisation der Praxisabläufe

  • Führung und Auswahl von Mitarbeiter:innen

  • Planung von Investitionen

  • administrative und wirtschaftliche Entscheidungen

Diese zusätzlichen Verantwortlichkeiten werden im medizinischen Ausbildungsweg häufig kaum behandelt, spielen im Praxisalltag jedoch eine zentrale Rolle.

 

Wahl der passenden Rechtsform

Ein wichtiger Schritt bei der Praxisgründung ist die Entscheidung über die rechtliche Struktur der Ordination.

In Österreich kommen dafür unterschiedliche Modelle in Betracht, etwa:

  • Einzelordination – häufige Form mit einfacher Struktur, aber persönlicher Haftung

  • Gruppenpraxis – mehrere Ärzt:innen arbeiten in einer OG oder GmbH gemeinsam und teilen sich Infrastruktur

  • FlexKapG – ermöglicht eine Haftungsbeschränkung und hat eigene steuerliche Besonderheiten

Die Wahl der Rechtsform beeinflusst unter anderem die Besteuerung der Gewinne, die Haftung sowie organisatorische Abläufe innerhalb der Praxis.

 

Finanzierung und Investitionen

Die Eröffnung einer Ordination ist meist mit beträchtlichen Anfangsinvestitionen verbunden. Neben medizinischen Geräten sind auch Ausstattung, IT-Systeme oder Umbauten zu berücksichtigen.

Darüber hinaus entstehen laufende Kosten, etwa für Personal, Miete oder Wartung von Geräten. Eine realistische Finanzplanung ist daher ein zentraler Bestandteil jeder Praxisgründung.

 

Fazit

Der Weg zur eigenen Arztpraxis erfordert neben medizinischer Kompetenz auch sorgfältige wirtschaftliche und steuerliche Planung. Entscheidungen über Standort, Finanzierung oder Rechtsform können langfristige Auswirkungen auf den Erfolg der Ordination haben. Als Steuerberater unterstützen wir Ärzt:innen dabei, ihre Praxisgründung strukturiert vorzubereiten, steuerliche Fragen frühzeitig zu klären und die wirtschaftliche Basis der Ordination von Anfang an solide aufzubauen.

Hinweis: Es gelten die rechtlichen Vorschriften zum Stichtag 23.03.2026. Trotz sorgfältiger Datenzusammenstellung können wir keine Gewähr für die vollständige Richtigkeit und Aktualität der dargestellten Informationen übernehmen. Eine Anpassung an eventuelle rechtliche Änderungen wird in diesem Artikel nicht vorgenommen. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen im Rahmen unserer Berufsberechtigung jederzeit gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung.

Visuelle Gestaltung: Vesna Jokic

Mirlinda Spahiu, LLB. (WU)
Mirlinda Spahiu, LLB. (WU)
Associate

Mirlinda Spahiu ist Associate in der Steuerberatung bei Simplify Tax Steuerberatung. Sie betreut sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen in steuerlichen Angelegenheiten. Mit Engagement, Genauigkeit und einem lösungsorientierten Ansatz begleitet sie ihre Klientinnen und Klienten verlässlich durch komplexe steuerliche Themen.

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